Andacht November 2020

von | Okt 13, 2020

Liebe Gemeindeglieder in Unterasbach mit Frickenfelden

und Oberasbach mit Obenbrunn!

Vieles fühlt sich dieses Jahr anders an als sonst. Letzten Herbst ahnte noch niemand, dass das Wort „Corona“ in aller Munde sein würde, und auch nicht, wie sehr dieses Virus unser Leben und unseren Alltag, unsere Begegnungen und unser Gesundheitswesen, unsere Gesellschaft und unsere Wirtschaft verändern sollte.

Wir gehen nun ins Spätjahr hinein. Natürlich ist es ungewohnt, dass die Konfirmation erst im Oktober ist. Aber die von Gott gesetzte Grundordnung bleibt in Kraft. Auf die Saat folgt die Ernte. Auf die Sommerhitze die bunten Blätter. Auf das vielfältige Leben der hellen Jahreszeit die Spuren der Vergänglichkeit.

Manche werden diesen Übergang im Corona-Jahr 2020 bewusster wahrnehmen, vielleicht auch begleitet von skeptischen Gedanken oder unsicheren Gefühlen. Schwellen können Stolperfallen sein. Und die Prognosen, wie es jetzt wohl weitergehen wird, sind unglaublich breit gestreut, aber völlig offen. Die Zukunft liegt in Gottes Hand. Das fällt uns schwer. Denn wir würden gerne heute schon wissen, was morgen kommt.

Und so blüht in unserer heutigen, aufgeklärten Zeit, in der die Wissenschaften ganz hoch im Kurs stehen, der Aberglaube. Der Mensch hält es nicht aus, auf ein Nichts zu zu leben. Dann doch lieber etwas Selbstgemachtes, auch, wenn es nur Einbildung und Phantasie ist und nicht trägt, wenn es darauf ankommt. Wenigstens beruhigt es, und die Nächte sind nicht gar so lang und schlaflos.

Schon viele Atheisten haben es sehr bedauert, dass sie nicht an den Gott der Bibel glauben können. Sie wissen, dass man im Vertrauen auf einen allmächtigen Vater im Himmel und den Erlöser und Guten Hirten Jesus Christus leichter lebt. Aber sie wissen nicht, wie man zu diesem Glauben kommt. Oder etwas hindert sie, das wissen zu wollen.

In unserer heutigen Zeit sind aber auch wir, die wir uns zur Kirche halten, in der Gefahr, dass der Glaube, das persönliche Vertrauen auf den lebendigen Gott, hinter der Tradition verschüttet wird, vielleicht sogar zum Teil verloren geht. Das Stimmengewirr des Tagesgeschehens füllt uns oft bis oben hin aus. Wir geraten außer Atem. Und wir werden immer mehr unter Druck gesetzt. So viele, scheinbar notwendige Aufgaben bleiben unerledigt. Das kann ein Gefühl der Ohnmacht auslösen und lässt manche regelrecht resignieren.

Fatal ist es, wenn dann auch noch die Kirche als Moralanstalt empfunden wird oder die Bibel als Motivationsbuch für Leistungen, die für den Himmel qualifizieren, angesehen wird. Dann wird das Leben richtig schwer, so ganz ohne Freude und Hoffnung.

Da hilft nur Eines: selber in die Bibel hineinschauen; lesen, was Jesus Christus wirklich sagt; alle anderen Autoritäten unter den Gott ordnen, der Himmel und Erde geschaffen hat, und der am Kreuz auf Golgatha gezeigt hat, wie ER wirklich zu uns steht: „Also hat Gott die Welt geliebt, dass ER Seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an IHN glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ (Johannesevangelium 3,16)

Wir hängen nicht im luftleeren Raum und stürzen nicht ins Nichts. Wir haben Gottes Wort. ER hat es uns gegeben. Und ER steht dazu, heute, morgen, immer. Und dieses Wort Gottes, das uns anspricht und aufrichtet, macht uns Mut zur Antwort. Gott ist keine Idee, sondern ein persönlicher Gott, der handelt und uns in eine heilsame Beziehung mit hineinnimmt. IHM dürfen wir die Führung in unserem Leben samt aller Angst und Überforderung überlassen. Jesus hat nicht zum Spaß gesagt: „Kommt her zu MIR, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ICH will euch erquicken.“ (Matthäusevangelium 11,28). ER will, dass wir kommen; dass wir im Gebet ganz offen und ehrlich mit IHM reden, so herzerfrischend wie ein kleines Kind; natürlich in der gebotenen Ehrfurcht, die sich ja gerade da zeigt, wo wir unserem himmlischen Vater das Herz ausschütten.

Der Herbst zeugt von der Güte, Größe und Gnade Gottes. Im Erntedank sehen wir die Früchte der Felder und Gärten, aber auch aller anderen Arbeit, die uns vor dem Hungern bewahren und satt machen. Nahrung haben wir wieder reichlich geschenkt bekommen. Mit dem Verdienst sieht es wegen der Corona-Einschränkungen bei Manchen nicht so rosig aus. Aber wie bei den Erntefrüchten so auch hier: Wir sind zum Teilen gerufen. Was wir erarbeiten, gilt nicht nur dem eigenen Verbrauch, sondern dient auch der Not des Nächsten. Gott gibt genug, dass es für alle reicht, wenn nicht harte Herzen weder den gütigen Gott noch den leidenden Mitmenschen sehen.

Aber auch die Gedenktage im Herbst, die uns an unsere Verantwortung und unsere Vergänglichkeit erinnern, sind keine Last, sondern Anlass zur neuen Ausrichtung auf den Gott und Herrn, der über unserem Leben wacht. 30 Jahre geschenkte deutsche Einheit: Sind wir uns dieses Glückes noch bewusst? Reformationstag: Leben wir noch von der gewaltigen Freude, dass wir einen gnädigen Gott haben? Volkstrauertag: Kennen wir noch das tiefe Vertrauen, dass der lebendige Gott trotz allem menschlichen Hass und Versagen an SEIN Ziel mit der Welt kommen wird? Buß- und Bettag: Freuen wir uns auf Gottes Hilfe, künftig bessere Wege mit IHM zu gehen? Ewigkeitssonntag: Wissen wir es noch, dass sich vom Ziel her unser Weg klärt? Sprechen wir es nicht nur im Glaubensbekenntnis, sondern tragen wir es im Herzen und leben wir im Alltag davon: „Ich glaube … die Auferstehung der Toten und das ewige Leben.“ Gott hat eine neue, eine heile Schöpfung versprochen. Glauben wir es.  Und leben wir heute im Alltag darauf hin. Gott ist wahrhaftig und treu. Und immer, wo wir das erleben, bekommen wir neue Kraft und neuen Mut. Das kann kein Corona verhindern. Denn Gott schafft durch Sein Wort unser Heil. Darum loben wir IHN in der Kirche und freuen uns an der Gemeinschaft, die unseren Glauben stärkt.

Ich grüße Sie ganz herzlich

und wünsche Ihnen gesegnete, getroste und zuversichtliche Herbstmonate!

Ihr

Manfred Schmitt

Pfarrer

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